Neueste Meldungen des Arbeitskreises Deutsch als Wissenschaftssprache:


Klage gegen niederländische Universitäten

 

Die Vereinigung Beter Onderwijs Nederland (BON) hat Klage gegen zwei niederländische Universitäten eingereicht, um ein weiteres Überhandnehmen rein englischsprachiger Studiengänge zu unterbinden. Das Gericht wird nun einen Untersuchungsbericht des Ministeriums abwarten, der die Gesetzeskonformität der Sprachregelung der Hochschulen bewerten soll. Die Vereinigung BON sieht das als ersten Erfolg an. Auch die niederländische Bildungsministerin hatte bereits Maßnahmen gegen die immer vollständigere Verdrängung der Landessprache aus der Lehre gefordert.

Näheres zum Rechtsstreit in den Niederlanden können Sie hier nachlesen.


Die Sprache von Forschung und Lehre: Lenkung durch Konzepte der Ökonomie?
Tagung des ADAWIS zusammen mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing und dem Zentrum für Europäische Bildung der Fakultät für Lehrerbildung der Universität Zagreb, Tutzing, 26. - 27. Februar 2018

 

Diese hochkarätig besetzte Tagung in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing ging der Frage nach, inwieweit die Anglophonisierung der Wissenschaft damit zusammenhängt, dass Konzepte, die aus dem Bereich der Wirtschaft stammen, immer mehr Einzug in Forschung und Lehre halten. Eine zunehmende Marktorientierung" von Hochschulen und Forschungseinrichtungen bedeutet Wettbewerb um Personal, Studenten, Geld und Reputation. Die Schaffung unternehmerischer Kategorien von Wissenschaft, die mit Maßstäben der Ökonomie durchgeführte Quantifizierung wissenschaftlicher Leistung und die Uniformierung der wissenschaftlichen Kommunikation könnten eng aufeinander bezogen sein.

Hier finden Sie den Tagungsbericht auf den Seiten der Akademie für Politische Bildung und hier einen Bericht des Zentrums für Europäische Bildung der Universität Zagreb. Ein ausführlicher Tagungsband mit Beiträgen sämtlicher Referenten und Diskutanten befindet sich in Vorbereitung.

Sowohl der Bayerische Rundfunk (auf BR 2 sowie BR 5) als auch der SWR berichteten über das Ereignis.

Eine lesenswerte übergreifende Bewertung der Tagung bietet der Aufsatz „Zum Diskurs über die Sprache in der Wissenschaftskommunikation" von O. Rösch und G.-U. Tolkiehn, welcher in Heft 4 (2018) der Zeitschrift Die Neue Hochschule erschien.

Quelle: ADAWIS

Die Tutzinger Forderungen zur Sprache der Lehre an deutschen Hochschulen

 

Aus Anlass der Tagung an der Akademie für Politische Bildung formulierte der ADAWIS eine Erklärung, in der namhafte Unterzeichner die Hochschulen auffordern, sämtliche Studiengänge auch in deutscher Sprache anzubieten. Hierzu gab der ADAWIS auch eine Pressemitteilung heraus.


Petition zum Schutz der italienischen Sprache

 

Nach dem aufsehenerregenden Verfassungsgerichtsurteil in Italien, das den ausschließlich in englischer Sprache angebotenen Studiengängen einen Riegel vorschob, haben die Initiatoren der Verfassungsklage eine Petition an den italienischen Staatspräsidenten verfasst. Sie fordern geeignete Maßnahmen, um die italienische Sprache in sämtlichen Bereichen zu schützen und zu fördern. Hier geht es zur deutschen Übersetzung der Petition und hier zur Unterschriftsseite.


„TU München will ganz modern sein - Brillante Idee oder Bullshit?"
Sendung des Bayerischen Rundfunks zur geplanten Einführung von Englisch als einziger Lehrsprache in den meisten weiterführenden Studiengängen

 

Der Bayerische Rundfunk beschäftigte sich am 27. Mai 2017 in einer Sendung mit dem Vorhaben der TU München, ab 2020 fast sämtliche weiterführenden Studiengänge nur noch auf Englisch anzubieten. Vertreter der Politik, der Studentenschaft und der Hochschulleitung kamen ebenso zu Wort wie der ADAWIS. Lesen Sie auch die zahlreichen Hörerkommentare zu dieser Sendung!


Schadet die an die Hochschulen überhandnehmende Anglophonie der mittelständischen Wirtschaft?
Veröffentlichung des ADAWIS in der Zeitschrift „Der Selbständige", Heft 7/8 (2017), S. 12

 

Studien haben gezeigt, dass ausländische Absolventen rein englischsprachiger Studiengänge oft gezwungen sind, Deutschland zu verlassen, weil sie während des Studiums an einer deutschen Hochschule die Landessprache und die nötigen Fachterminologien nicht gelernt haben. Sie haben daher kaum Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt der inländischen mittelständischen Wirtschaft, die andererseits dringend Fachkräfte sucht. Mit dem Bund der Selbständigen (BDS) hat sich nun auch ein Wirtschaftsverband dem Problem zugewandt und in seiner Zeitschrift Der Selbständige einen Artikel des ADAWIS veröffentlicht.