Andere Ereignisse



Manifest für das Erlernen von Fremdsprachen in Großbritannien

Eine parteiübergreifende Initiative im britischen Parlament hat im Juli 2014 ein Manifest zur nationalen Sprachpolitik veröffentlicht, das sich für eine Wiederbelebung des Fremdsprachenunterrichts in Großbritannien ausspricht. Der wirtschaftliche Schaden durch die geringen Fremdsprachenkompetenz der Briten und die aktuelle Politik des Abbaus des Fremdsprachenunterrichts wird auf 48 Milliarden Pfund pro Jahr geschätzt. Über 100 renommierte Organisationen aus den Bereichen Wirtschaft, Schule und Hochschule, darunter der British Council, die Handelskammern oder die Universität Cambridge, haben sich dem Manifest angeschlossen. Die zentrale Botschaft des Manifests lautet: Nur Englisch zu sprechen kommt teuer und ist ebenso schlecht, wie es gar nicht zu beherrschen. Für nicht-anglophone Staaten könnte man daraus schließen: Nur Englisch zu lernen kommt teuer und ist so schlecht, wie sich anderen Sprachen zu verweigern.

icon zum britischen Sprachmanifest




Neues Unterrichtsgesetz in Frankreich: Stärkung der französischen Sprache!

In Frankreich hatte die Wissenschaftsministerin Geneviève Fioraso einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die Umstellung der Lehre auf Englisch auf eine legale Grundlage stellen sollte. Nach intensiven Debatten in einer parlamentarischen Kommission, in der Nationalversammlung sowie im Senat wurde dieser Entwurf jedoch erheblich abgemildert: In der endgültigen Fassung vom 9. Juli 2013 wurde insbesondere festgelegt, dass allenfalls ein Teil der Lehre in einer Fremdsprache erteilt werden darf, dass solche Ausnahmen vom Kulturminister kontrolliert werden müssen und dass alle Studenten über ausreichende Französisch-Kenntnisse verfügen müssen. Insofern ist die Novelle sogar eine Stärkung der Loi Toubon von 1994. Es ist bemerkenswert, dass die französische Presse dies kaum bemerkte, sondern das Gesetz eher als den Sieg der englischen Sprache feierte.

icon Hier finden Sie die neue Fassung des entsprechenden Artikels aus dem Code de l´éducation in deutscher Übersetzung. ( Dateityp pdf 9.52 KB)




Bundestagsbeschluss „Deutsche Sprache fördern und sichern"

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit und ganz am Ende der Legislaturperiode fasste im Sommer 2013 der Deutsche Bundestag einen Beschluss zur Stärkung der deutschen Sprache. Erfreulicherweise wird auch das Thema Wissenschaftssprache erwähnt.

icon zum Bundestagsbeschluss




Interview mit dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz: „Es ist falsch, wenn nur englisch gesprochen wird."

Im Mai 2012 folgte Prof. Horst Hippler Frau Prof. Wintermantel als Präsident der Hochschulrektorenkonferenz nach. Nach seiner Amtseinführung setzte er sich in einem Interview für Deutsch als Wissenschaftssprache ein.

icon zum Interview in Welt-Online vom 2. 5. 2012




Arbeitsgruppe der Hochschulrektorenkonferenz „Sprachenpolitik an deutschen Hochschulen"

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich in einer Arbeitsgruppe, in der auch der ADAWIS mitarbeitete, mit dem Verhältnis zwischen dem Englischen und der Landessprache in Forschung und Lehre auseinandergesetzt. Ziel war die Formulierung von Empfehlungen, auf die Hochschulleitungen zum Beispiel bei der Einführung fremdsprachiger Studiengänge zurückgreifen sollen. Das von der Arbeitsgruppe ausgearbeitete Papier wurde am 23. 11. 2011 in einer Pressekonferenz vorgestellt.

Das Empfehlungspapier ist ein Bekenntnis zur Mehrsprachigkeit in den Wissenschaften. „Die Sprachenvielfalt soll sowohl zum Erhalt des Deutschen in den Wissenschaften beitragen als auch den qualifizierten Erwerb und Einsatz anderer Sprachen unterstützen." Grundsätzlich soll am Deutschen als Sprache der grundständigen Lehre festgehalten werden; Sprachlernprogramme sollten in die Studiengänge integriert werden. Um Wettbewerbsverzerrungen zu beseitigen, sollten Publikationsindices geschaffen werden, die auch nicht-englischsprachige Veröffentlichungen berücksichtigen.

icon Empfehlung der HRK: Sprachenpolitik an deutschen Hochschulen ( Dateityp pdf 118.84 KB)

icon Pressemeldung der HRK zum Empfehlungspapier ( Dateityp pdf 67.8 KB)

Allein die Umsetzung dieser Empfehlungen würde viele Probleme, die wir an den Hochschulen beobachten, lösen. Umfragen des ADAWIS unter mehreren Hochschulen zeigten jedoch, dass nur teilweise ein Problembewusstsein vorhanden ist und dass man von einer konkreten Umsetzung der Empfehlungen weit entfernt ist.



Deutschsprachiges Studienangebot an der Universität Olmütz

Die Universität Olmütz hat ein internationales Studienprogramm für Studenten aus ganz Europa (und auch aus Übersee) aufgelegt, in dem nicht auf Englisch, sondern auf Deutsch gelehrt wird. Es handelt sich um ein breites interdisziplinäres Angebot, das eine Vielzahl geisteswissenschaftlicher Fächer umfasst.

icon Informationsblatt der Universität Olmütz ( Dateityp pdf 378.13 KB)




Forschungsbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales nur in englischer Sprache! - Petition an den Deutschen Bundestag

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat seinen Forschungsbericht „Elektromagnetische Felder am Arbeitsplatz - Ein neuer Ansatz für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten" ausschließlich in englischer Sprache herausgegeben. In deutscher Sprache ist lediglich eine halbseitige Zusammenfassung verfügbar. Es handelt sich um Auftragsforschung, deren Ergebnisse unmittelbar in neue Konzepte des Arbeitsschutzes umgesetzt werden sollen. Sie sind daher von interdisziplinärem Interesse und haben Relevanz für die Medizin, die Politik und das Versicherungswesen.

Der ADAWIS wendet sich entschieden gegen die Missachtung, die staatliche Stellen denjenigen entgegenbringen, die mit ihren Steuergeldern diese Auftragsforschung finanzieren und daher das Recht haben, deren Ergebnisse in der Amtssprache Deutsch zur Kenntnis zu nehmen.

Aus Anlass dieses Berichtes wurde eine Petition in den Deutschen Bundestag eingebracht, welche fordert: „Der Bundestag möge beschließen, dass alle in Auftrag gegebenen Forschungsberichte und Gutachten mindestens in deutscher Sprache zu beziehen sind." Die Petition, die bis zum 28. Juli 2011 von 1930 Petenten gezeichnet worden war, wurde jedoch am 14. 5. 2012 vom Petitionsausschuss abgelehnt. In der Begründung hieß es: „Der Petitionsausschuss sieht ... keinen Anlass für eine Schaffung einer gesetzlichen Regelung, die die Übersetzung fremdsprachiger Forschungsberichte und Gutachten vorsieht, und empfiehlt, das Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen nicht entsprochen werden konnte."

Die Petition, die Begründung für deren Ablehnung sowie zahlreiche Kommentare finden Sie

icon hier



„Bologna-Prozess" und Wissenschaftssprache - Offener Brief des ADAWIS

Der so genannte Bologna-Prozess und seine offenkundigen Probleme sind in aller Munde. Im Februar 2010 wies der ADAWIS in einem Offenen Brief an die Wissenschaftsminister der Länder, die Bundesbildungsministerin sowie etwa 50 weitere Persönlichkeiten der Wissenschaft auf den Zusammenhang zwischen der viel beklagten „Entakademisierung" des Studiums und der Abschaffung der Wissenschaftssprache Deutsch hin. Er fordert die Politik auf, diesen Zusammenhang bei einer „Reform der Reform" nicht erneut unberücksichtigt zu lassen, und gibt sechs konkrete Handlungsempfehlungen. Gleichzeitig gab der ADAWIS eine Presseerklärung zu diesem Thema heraus. Die Antworten, die zu dem Offenen Brief aus den Ministerien eingegangen sind, sowie deren Bewertung aus der Sicht des ADAWIS sind unter der unten angegebenen Verknüpfung ebenfalls zusammengefasst.

icon zum Offenen Brief des ADAWIS an die Bildungsminister zur Bologna-Reform ( Dateityp pdf 64.36 KB)

icon Presseerklärung des ADAWIS vom 16. 2. 2010 zu dem Offenen Brief an die Bildungsminister ( Dateityp pdf 19.83 KB)

icon Die Antworten aus den Ministerien und deren Bewertung ( Dateityp pdf 945.02 KB)




Deutsche Physikalische Gesellschaft: „Spring Meeting“ wird wieder „Frühjahrstagung“

Die Mitgliederversammlung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) am 14. März 2011 in Dresden behandelte auf Antrag von ADAWIS-Mitglied Dietrich Voslamber den Tagesordnungspunkt „Sprachengebrauch auf DPG-Tagungen“. Der Antrag und eine in ihm enthaltene Beschlussvorlage bezweckten die Rückbesinnung auf die deutsche Sprache sowohl bei der Benennung der DPG-Tagungen als auch bei der Abfassung der Tagungsprogramme und Tagungsbeiträge. Nach einer ausgiebigen Diskussion beschloss die Versammlung die Annahme einer abgeschwächten Fassung des von Voslamber vorgelegten Textes.

Die Auswirkungen des Beschlusses zeigten sich erstmals auf den vier Frühjahrstagungen der DPG im Jahre 2012. Zwar wurde auf zwei dieser Tagungen wegen der – nach Ansicht der Tagungsleitung – starken internationalen Beteiligung für die Programmhinweise und die Mehrzahl der Vorträge und Poster die englische Sprache gewählt, doch wurde in allen Fällen statt der früher bereits benutzten Bezeichnung „Spring Meeting“ wieder der traditionelle Name „Frühjahrstagung“ (zum Teil mit beigefügter englischer Übersetzung) eingeführt.

icon zum Antrag (mit Beschlussvorlage) auf der DPG-Mitgliederversammlung am 14. 3. 2011 ( Dateityp pdf 182.09 KB)

icon zum Beschluss der Mitgliederversammlung ( Dateityp pdf 170.52 KB)




Protest des ADAWIS gegen die Einführung von englischsprachigem Sachfachunterricht in Ludwigsburger Schulen

Am 28. 11. 2008 berichtete die Ludwigsburger Kreiszeitung: „Schulunterricht in englischer Sprache will die Stadtverwaltung einführen. ... Zuerst ist das Gymnasium an der Reihe, dann folgen Real-, Haupt- und Grundschule sowie die Kindergärten. ... In einem Fach könnten Schüler dann bis zum Abitur komplett in englischer Sprache unterrichtet werden. Einen alternativen Unterricht in Deutsch werde es in diesem Fach nicht geben. ..."
Für den ADAWIS protestierte Dr. Hermann Dieter in einem Brief an das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart gegen den so genannten „bilingualen" Unterricht, der für die betroffenen Schüler in Wahrheit monolingual englisch ist, und forderte den Regierungspräsidenten auf, das Vorhaben nicht zu genehmigen. Die Antwort der Behörde fiel beschwichtigend aus.

icon Protestbrief des ADAWIS ( Dateityp pdf 69.96 KB)



Antwort auf die Thesen des Philosophen Thomas Metzinger, Januar 2008

In einem Interview im Deutschlandradio am 21. 12. 2007 behauptete Prof. Dr. Thomas Metzinger, Philosoph an der Universität Mainz: „Wissenschaft findet auf Englisch statt." Hier finden Sie die Antwort des ADAWIS auf diese These sowie eine Stellungnahme, die wir am 21. 1. 2008 von Prof. Dr. Gert Ueding, (Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen) erhielten.

icon zur Antwort auf die Thesen Thomas Metzingers ( Dateityp pdf 170.45 KB)



Offener Brief an die Kultus- und Wissenschaftsministerien vom Juli 2001

Die Frage nach der „richtigen” Wissenschaftssprache ist nicht wissenschaftlich, sondern nur politisch zu beantworten. Genau dieser Verantwortung aber entzieht sich die Politik. Dies jedenfalls belegt die Reaktion der meisten unserer wissenschaftspolitisch zuständigen Länderministerien auf einen Offenen Brief von 37 Natur- und Geisteswissenschaftlern vom 24. Juli 2001. Fast alle Antworten geben sich unpolitisch und verschleiern somit das Problem. Dieser Bericht von H. H. Dieter, einem der drei Erstautoren des Offenen Briefes, analysiert die Antworten und nennt Wege, wie wir unsere sprachpolitische Selbstblockade auflösen könnten.

icon zum Offenen Brief vom Juli 2001 ( Dateityp pdf 465.42 KB)