Neueste Meldungen des Arbeitskreises Deutsch als Wissenschaftssprache:

 

 

 

Workshop des Instituts für Soziologie der TU Berlin in Zusammenarbeit mit der Sektion Wissenssoziologie der DGS und dem Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache
"Globales Englisch und die Sprache(n) der Wissenschaft"
18. / 19. 6. 2026
Institut für Soziologie der TU Berlin


Die zunehmende Verwendung von Englisch als Wissenschaftssprache ist mittlerweile zu einer großen Selbstverständlichkeit geworden. Dabei werden die Fragen nach den Varianten des Englischen, den verschiedenen Vorstellungen des „Globalen Englisch“ und den sozialen Folgen der zunehmenden globalen Verwendung von Englisch als Sprache der Wissenschaftskommunikation ebenso selten bedacht wie die Probleme der Übersetzbarkeit zwischen Sprachen und die Auswirkungen auf andere Wissenschaftssprachen. Dieser Workshop betrachtet die verschiedenen Aspekte dieser Entwicklung sowie ihrer gegenwärtigen Veränderungen und zielt darauf, ihre gerade in den Sozialwissenschaften vernachlässigten Folgen zu erkunden. Die Beiträge behandeln grundlagentheoretische Aspekte und stellen empirische Arbeiten zum Sprachgebrauch im akademischen Raum sowie zur Rolle der Sprachwahl in der quantitativen und qualitativen empirischen Sozialforschung vor. Schließlich werden auch sprachpolitische Aspekte dieser Entwicklung behandelt und die sich daraus ergebenden Folgerungen diskutiert.
Die Teilnahme ist kostenlos, es wird aber um Anmeldung bis zum 1. 6. 2026 gebeten unter der Adresse:

Zum Programm der Tagung

Bei ihrem Treffen in Südafrika haben die Forschungsminister der G20-Staaten am 23. September 2025 die „Empfehlungen der G20 zum gesellschaftlichen Engagement der Wissenschaft“ beschlossen. In sprachenpolitischer Hinsicht bekräftigen diese die Forderungen, die die Minister bereits letztes Jahr in Brasilien erhoben haben. Insbesondere geht es um die Etablierung mehrsprachiger Publikationsorgane, den Zugang aller Bürger zu wissenschaftlichem Wissen in ihrer Muttersprache und die Förderung von inklusivem wissenschaftlichem Engagement. Für Deutschland war Bundesforschungsministerin Bär an dem Treffen beteiligt.

Der ADAWIS bekennt sich zur Freiheit der Wissenschaft und hat zur aktuellen Entwicklung in den USA diese Stellungnahme abgegeben.

Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat sich dem Problem der Total-Anglophonisierung von Forschung und Lehre zugewandt und am 2. 6. 2023 ein Symposium zu dem Thema veranstaltet. Hierzu erschien der Tagungsband „Die Sprache(n) der Wissenschaft. Eine empirische Studie unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Österreich vor dem Hintergrund sprach- und kommunikationswissenschaftlicher Befunde“ (Hsg. M. Haller, D. Prandner, A. Vadrot. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien, 2025). Der Band enthält Beiträge der ADAWIS-Vorstandsmitglieder O. Rösch und H.H. Dieter.

Am 14. 1. 2025 erschien in der Welt ein erhellender Artikel von Wolfgang Krischke, der die sprachenpolitische Situation an den Hochschulen zutreffend beschreibt und dabei den ADAWIS ausführlich zu Wort kommen lässt.

Bemerkenswerte sprachenpolitische Empfehlung der G20-Forschungsminister

Am 18. und 19. September 2024 sind die Forschungsminister der G20-Staaten in Manaus/Brasilien zusammengekommen und haben eine Abschlusserklärung verabschiedet, die zwei wichtige wissenschaftssprachpolitische Empfehlungen enthält:

1) die Empfehlung „Ermutigung zur Verwendung von Muttersprachen in der Wissenschaft und Gewährleistung des Zugangs für Menschen mit Behinderungen.“

2) die Empfehlung „Erleichterung der Verbreitung von Wissenschaft in allen Sprachen.“

Die Erklärung wurde gemeinsam von Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und den USA sowie der Afrikanischen und der Europäischen Union unterzeichnet. Deutschland war durch Frau Ministerin Stark-Watzinger vertreten. Die Erklärung finden Sie hier.

Es bleibt zu beobachten, ob die deutsche Politik Konsequenzen aus dieser Erklärung zieht.

Der Tagungsband „Mehrsprachigkeit in Bildung und Wissenschaft – Eine europäische Perspektive“ (Hsg. S. Gehrmann, R. Hochholzer, A. Petravic, M. Grcevic, Y. Klietz. Waxmann, Münster, 2024) ist die Zusammenfassung einer internationalen Konferenz, die vom 17. bis 18. 8.2023 an der Universität Zagreb stattfand und die der ADAWIS mit unterstützte. Ziel der Initiatoren ist die Förderung der Mehrsprachigkeit in der schulischen und akademischen Bildung mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Förderung von Deutsch als Bildungs- und Wissenschaftssprache in Südosteuropa.