Neueste Meldungen des Arbeitskreises Deutsch als Wissenschaftssprache:
Niederlande: Vereinbarung zwischen Ministerium und Hochschulen zur Förderung landessprachlicher Lehre
In den Niederlanden kam am 15. 7. 2026 ein Abkommen zwischen dem Erziehungsministerium und 13 Hochschulen zustande, in dem sich letztere verpflichten, die Aufnahme internationaler Studierender deutlich zu reduzieren und keine neuen englischsprachigen Studienprogramme im grundständigen Bereich aufzulegen. Dies ist eine Konsequenz aus den jahrelangen Diskussionen über die Schwierigkeiten, die der ungebremste Zustrom internationaler Studierender mit sich brachte, wie überfüllte Hörsäle, sinkende Qualität der Ausbildung, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeit für Absolventen, die die niederländische Sprache nicht beherrschen, oder Probleme auf dem Wohnungsmarkt. Kritiker bemängelten jedoch das Fehlen einer breiteren öffentlichen Debatte.
Workshop des Instituts für Soziologie der TU Berlin in Zusammenarbeit mit der Sektion Wissenssoziologie der DGS und dem Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache
"Globales Englisch und die Sprache(n) der Wissenschaft"
18. / 19. 6. 2026
Institut für Soziologie der TU Berlin
Die zunehmende Verwendung von Englisch als Wissenschaftssprache ist mittlerweile zu einer großen Selbstverständlichkeit geworden. Dabei werden die Fragen nach den Varianten des Englischen, den verschiedenen Vorstellungen des „Globalen Englisch“ und den sozialen Folgen der zunehmenden globalen Verwendung von Englisch als Sprache der Wissenschaftskommunikation ebenso selten bedacht wie die Probleme der Übersetzbarkeit zwischen Sprachen und die Auswirkungen auf andere Wissenschaftssprachen. Dieser Workshop betrachtete die verschiedenen Aspekte dieser Entwicklung sowie ihrer gegenwärtigen Veränderungen und zielte darauf, ihre gerade in den Sozialwissenschaften vernachlässigten Folgen zu erkunden. Die Beiträge behandelten grundlagentheoretische Aspekte und stellten empirische Arbeiten zum Sprachgebrauch im akademischen Raum sowie zur Rolle der Sprachwahl in der quantitativen und qualitativen empirischen Sozialforschung vor. Schließlich wurden auch sprachpolitische Aspekte dieser Entwicklung behandelt und die sich daraus ergebenden Folgerungen diskutiert.
Zum Programm der Tagung
Neue wissenschaftspolitische Empfehlungen der G20-Forschungsminister
Bei ihrem Treffen in Südafrika haben die Forschungsminister der G20-Staaten am 23. September 2025 die „Empfehlungen der G20 zum gesellschaftlichen Engagement der Wissenschaft“ beschlossen. In sprachenpolitischer Hinsicht bekräftigen diese die Forderungen, die die Minister bereits in ihrer Erklärung von Manaus/Brasilien im Jahre 2024 erhoben haben. Insbesondere geht es um die Etablierung mehrsprachiger Publikationsorgane, den Zugang aller Bürger zu wissenschaftlichem Wissen in ihrer Muttersprache und die Förderung von inklusivem wissenschaftlichem Engagement. Für Deutschland war Bundesforschungsministerin Bär an dem Treffen beteiligt.
Wissenschaftspolitik in den USA

Der ADAWIS bekennt sich zur Freiheit der Wissenschaft und hat zur aktuellen Entwicklung in den USA diese Stellungnahme abgegeben.
Artikel in der „Welt“ zu den Folgen der Anglophonisierung der Wissenschaften
Am 14. 1. 2025 erschien in der Welt ein erhellender Artikel von Wolfgang Krischke, der die sprachenpolitische Situation an den Hochschulen zutreffend beschreibt und dabei den ADAWIS ausführlich zu Wort kommen lässt.
